Bevor am Mittwoch, 18.01.2011 anlässlich des Sopa (Stop Online Piracy Act) Blackout (in weiten Teilen des World Wide Web in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr) das Internet abgeschaltet wird, möchte ich noch meinen Letzten Willen niederschreiben.
Liebes Internet, du bist mir in den wenigen Jahren, in denen wir uns kannten und gegenseitig füreinander da waren, ein guter und hilfreicher Freund gewesen. Dafür möchte ich mich bei dir noch einmal bedanken. Dankeschön, liebes Internet!
So und jetzt mal im Ernst …
Der große Sopa Blackout im Internet
Wer es noch nicht mitbekommen hat, die US-Regierung beabsichtigt, andere “Seiten” aufzuziehen. Es kann also sein, dass als Protest-Aktion so manche Website am morgigen Sopa Blackout in etwa so aussieht:

(Screenshot Quelle: http://sopablackout.org/)
Das ist alles erst mal überhaupt nicht schlimm. Schlimm ist vielmehr, was die US-Regierung mit ihrem neuen Gesetz-Entwurf zur Internet-Zensur beabsichtigt. Das betrifft zunächst den einzelnen Internetnutzer eher weniger bis gar nicht. Doch wenn dieses Gesetz tatsächlich in Kraft treten wird (Davon gehe ich jetzt aber nicht aus.), beinhaltet das weitreichende Folgen. Was das konkret bedeutet, hat Fight For The Future in einem Video schön zusammengefasst.
Na und? Mir doch egal!
Klar, jetzt wird man als deutscher User sagen: »Was kümmern mich die Amis und deren blöde Gesetze?« Die Frage ist jedoch: »Was zieht das letztlich alles nach sich?« Ich möchte jetzt wirklich nicht wahnsinnig politisch werden. Es wird wahrscheinlich (hoffentlich) ohnehin nicht so weit kommen. Erschreckend finde ich auch die Liste der Unternehmen (Größtenteils stammen die Lobbyisten verständlicherweise aus der Entertainment-Branche.), die auf der Seite der Befürworter von SOPA stehen. Die Gegenseite – also die Protestbewegung – sieht da ein kleines bisschen mager aus. ![]()
Was der Einzelne tun kann.
Zunächst einmal, sich nicht von der Hysterie anstecken lassen und nicht gleich in Weltuntergangsstimmung verfallen. Ich bekunde meine Solidarität zur Protestbewegung beispielsweise damit, dass ich rechts oben auf meiner Website einen kleinen Störer eingesetzt (von Konstantin Koveshenin) habe.
»Alles heiße Luft?« – Ein kleines satirisch-zynisches Fazit
Naja, letztlich wird das sehr wahrscheinlich (hoffe ich) wieder einmal viel Rummel und Lärm um Nichts sein. Dennoch finde ich es richtig und wichtig, wenn man künftig nicht wahllos/ziellos mit dem Hammer durchs Internet kreist. Zumal ich mir gerade vorzustellen versuche, dass ich für fünf Jahre ins Gefängnis gehen könnte, nur weil ich in einem selbst aufgenommenen Video einen bekannten Popsong in die Kamera geträllert habe. Andererseits wäre es schon spannend, was passieren würde, wenn tatsächlich die am meisten besuchten Websites unserer Tage (YouTube, Facebook, Wikipedia, usw.) plötzlich nicht mehr nutzbar wären. Würden die Menschen dann weniger Zeit dort vertrödeln und sinnvollere Zeit-Totschlag-Beschäftigungen außerhalb der Virtualität suchen? Schädlich wäre das nicht, das leuchtet ein. Und wie informiert man sich, wenn Blogger möglicherweise keine Inhalte mehr teilen und verbreiten dürfen? Um es mal auf die Spitze zu treiben: Wäre ein Link zu einer anderen Blogseite dann schon Urheberrechtsverletzung?
Wo soll man mal eben schnell nachschlagen, wenn Wikipedia rechtlich geknebelt wird? Etwa im Lexikon? Ich muss zugeben, dass ich in meinem Haushalt so etwas nicht mehr habe. Ich müsste bei schwierigen Fragen dann wohl bei der Auskunft anrufen oder einen Telefonjoker bestimmen.
Irgendwelche Meinungen zu der Thematik? Telefonjoker sind erlaubt. Diebstahl geistigen Eigentums ist das nur, wenn der Wortlaut 1:1 wiedergegeben wird. Es sei denn, man nennt den Urheber der Quelle, der einem souffliert hat. ![]()
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Reene 18. Januar 2012
Ich leih mir mal deine Grafik und deinen Text ja? Danke.
Michael 19. Januar 2012
Geht in Ordnung. Bitte heil wieder zurückbringen. Danke.
PS: Für wie lange?